Werbung / Double, double toil and trouble; Fire burn and cauldron bubble. Es gibt wohl kaum eine schönere literarische Beschreibung meiner heutigen Backaktion als diese berühmten Zeilen aus Shakespeares Macbeth. Drei Hexen stehen um einen Kessel herum und brauen unter Zuhilfenahme diverser zoologisch wie toxikologisch bedenklicher Zutaten einen Zaubertrank. Unter anderem landen darin das Auge eines Molchs, die Zehe eines Frosches und die Leber eines Gotteslästerers. Man war damals offenbar noch nicht so weit mit der Lebensmittelüberwachung. Ich habe mich bei meinen Hexenkessel-Cupcakes für Halloween auf etwas konventionellere Zutaten beschränkt: Butter, Mehl, Eier, Frischkäse, Zitrone und Schweppes Bitter Lemon.

Hexenkessel-Cupcakes zu Halloween: die Optik
Das Ergebnis sind kleine, blubbernde Hexenkessel mit giftig türkisfarbenem Frosting, unzähligen Zuckerblasen und Hexenhüten aus Schokolade.
Die Farbe des Frostings* wirkt absichtlich so toxisch, dass man eher an eine undichte Kühlmittelleitung denkt als an eine Leckerei zum Kaffee. Die verschieden großen Zuckerperlen* werden großzügig auf dem Frosting verteilt. Es soll schließlich ordentlich blubbern. Ein paar dürfen dabei ruhig auf dem Tisch landen. Wer jemals einen Zaubertrank gebraut hat, weiß, dass sich derlei Vorgänge nur bedingt kontrollieren lassen.
*Amazon Affiliate-Links – hier findet ihr die Speisefarbe und die Perlen, die ich verwendet habe und die optimal zueinander passen.
Besonders gern mag ich die kleinen, windschiefen Hexenhüte. Sie bestehen aus den Spitzen von Eistüten, die mit geschmolzener Zartbitterschokolade überzogen und auf Oreo-Kekshälften gesetzt werden. Ein gelbes Hutband aus Fruchtgummi vervollständigt das Ensemble. Die Rührstäbe bestehen aus Salzstangen.
Das ist ein bisschen Bastelarbeit, zugegeben. Allerdings eine erfreulich zweckmäßige. Während man sich bei gewöhnlichen Bastelprojekten anschließend überlegen muss, wohin mit dem Ergebnis (ohne jemanden zu beleidigen), kann man dieses hier einfach aufessen.

Witch’s Cauldron Cupcakes: der Geschmack
Die Idee zu diesen Halloween-Cupcakes ist ursprünglich im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Schweppes* entstanden. Ich habe sie bereits im vergangenen Jahr umgesetzt und finde, dass sie nun auch einen dauerhaften Platz auf meinem Blog verdient haben. Schließlich wäre es schade, wenn ein derart aufwändig inszeniertes Hexenwerk nach einem einzigen Auftritt wieder in der Versenkung verschwände.
Geschmacklich sind die Cupcakes deutlich seriöser, als ihre Optik vermuten lässt. Unter dem türkisen Geblubber steckt ein saftiger Rührteig mit feiner Zitronennote. Bitter Lemon Zero sorgt für eine dezente herbe Frische, die sich auch im Frischkäse-Frosting wiederfindet.


Hexenkessel-Cupcakes mit Zitronengeschmack
Zutaten
Teig
- 180 g weiche Butter
- 130 g Zucker
- 2 Päckchen Vanillezucker
- 1/2 Bio-Zitrone Abrieb
- 3 Eier Grüße M
- 225 g Weizenmehl
- 1 TL Backpulver
- 1 Prise Salz
- 120 ml Schweppes Bitter Lemon
Frosting
- 120 g weiche Butter
- 180 g Puderzucker gesiebt
- 1/2 Bio-Zitrone Abrieb
- 275 g Frischkäse
- 2 EL Schweppes Bitter Lemon
- türkisfarbene Gel-Lebensmittelfarbe
Deko
- 12 Eistüten
- 6 Oreo-Kekse
- 100 g Zartbitter-Schokolade
- gelbe Gummischnüre
- türkisfarbene Zuckerperlen verschieden groß
- 6 Salzstangen
Anleitungen
- 180 g weiche Butter, 130 g Zucker, 2 Päckchen Vanillezucker und den Abrieb von 1/2 Bio-Zitrone mit den Rührbesen cremig aufschlagen.
- 3 Eier nacheinander unterrühren.
- 225 g Weizenmehl mit 1 TL Backpulver und 1 Prise Salz vermischen.
- Den Mehlmix abwechselnd mit 120 ml Schweppes Bitter Lemon unter Rühren zum Eiermix geben, zu einem glatten Teig verrühren.
- Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Mulden eines Muffinblechs fetten oder mit Papierförmchen auslegen, Teig in die Mulden geben. Die Cupcakes gehen nicht stark auf, es reicht also, nur einen kleinen Rand zu lassen.
- 30 Minuten backen und abkühlen lassen. In passende Cupcake-Papierförmchen setzen.
- Für das Frosting 120 g weiche Butter mit 180 g Puderzucker (gesiebt) und dem Abrieb von 1/2 Bio-Zitrone cremig rühren.
- 275 g Frischkäse sowie 2 EL Schweppes Bitter Lemon unterrühren.
- Das Frosting mit türkisfarbene Gel-Lebensmittelfarbe gleichmäßig einfärben und bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen.
- Für die Hexenhüte 12 Eistüten so zerbrechen, dass nur die Spitze übrig bleibt. Der Rand soll möglichst gerade sein. 6 Oreo-Kekse auseinander drehen und die Creme entfernen.
- 100 g Zartbitter-Schokolade über einem Wasserbad schmelzen. Oreo-Hälften auf einem Kuchengitter verteilen. Eistüten-Spitzen in die flüssige Schokolade tauchen, etwas abtropfen lassen und auf die Oreo-Hälften stellen. Im Kühlschrank kurz etwas fest werden lassen.
- Hutbänder aus gelbe Gummischnüren um die Hüte legen.
- Das Frosting nochmals aufrühren, in einen Spitzbeutel mit Lochtülle füllen und auf die Cupcakes spritzen.
- Die türkisfarbene Zuckerperlen auf dem Frosting verteilen, so dass es wie Blubberblasen aussieht. Je einen Hexenhut auf die Cupcakes setzen und eine halbe von 6 Salzstangen als Rührstab hineinstecken.
Tipps für gelungene Hexenkessel-Cupcakes
- Die richtige Lebensmittelfarbe: Ich empfehle unbedingt Gelfarbe statt flüssiger Lebensmittelfarbe. Damit lässt sich das Frosting intensiv einfärben, ohne unnötig zusätzliche Flüssigkeit einzubringen.
- Die Konsistenz des Frostings: Der Frischkäse sollte nur kurz untergerührt werden, da die Creme sonst zu weich werden kann. Vor dem Aufspritzen gut kühlen.
- Die Zuckerperlen: Unterschiedliche Größen sind hier entscheidend. Erst die Kombination aus winzigen Nonpareilles und großen Zuckerperlen lässt die Oberfläche wie eine brodelnde Flüssigkeit aussehen.
- Das Timing: Die Cupcakes lassen sich gut am Vortag backen, ebenso kann man die Hexenhüte schon einmal bauen. Frosting und Dekoration würde ich möglichst erst am Tag des Servierens zusammensetzen. Insbesondere die Eistüten und Salzstangen verlieren bei längerem Kontakt mit Feuchtigkeit ihre Knusprigkeit.

Ob diese Hexenkessel-Cupcakes tatsächlich übernatürliche Kräfte besitzen, konnte ich bislang nicht nachweisen. Die Versuchsreihe war allerdings auch nicht besonders umfangreich. Sämtliche Probanden haben die Cupcakes gegessen, ohne auffällige Änderungen in Verhalten oder Aussehen zu zeigen. Immerhin. Wer zu Halloween also etwas backen möchte, das nicht aussieht wie das Ergebnis eines Bastelnachmittags in der örtlichen Kindertagesstätte, dem empfehle ich diese eher abstrakt-suggestiven Hexenkessel. Sie sind ein wenig aufwändig, aber herrlich ikonisch und geschmacklich unerwartet köstlich.
Sollte sich nach dem Verzehr doch noch jemand in eine Kröte verwandeln, bitte ich um eine kurze Rückmeldung.
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